WUZ WUZ Geschäftsstelle Paderborn

Offshore

Eine Forschergruppe um Prof. Dr.-Ing. Jürgen Voss erhielt Anfang 2005 den Zuschlag für die wissenschaftliche Begleitung des zu 100 Prozent privatwirtschaftlich finanzierten Messprojektes Amrumbank West. Auch wenn Paderborn nicht gerade an der Küste liegt, konnte die umfangreiche Erfahrung im Bereich Regenerativer Energien das Konsortium überzeugen. Seit fast 20 Jahren beschäftigt sich das Fachgebiet „Nachhaltige Energiekonzepte“ von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Voss mit dem Themenbereich Windenergienutzung. Aufbauend auf den Windpotenzialbegutachtungen der Region Paderborn in den frühen 90er-Jahren ist die Gruppe um Prof. Dr.-Ing. Jürgen Voss mittlerweile zu einem bundesweit gefragten Partner in Windenergiefragen geworden. Ein faires Abwägen zwischen Möglichkeiten aber auch Grenzen der Windenergienutzung in den einzelnen Regionen ist dabei stets ein wichtiges Anliegen. Konsequenterweise wurde hier in Paderborn schon frühzeitig an alternativen Konzepten, die Mensch und Tier möglichst wenig stören, mitgearbeitet.

Die Offshore-Windenergienutzung ist dabei ein Erfolg versprechendes Verfahren. Durch die Errichtung von großen Windparks etwa in der Nordsee (10-30 Seemeilen vom nächsten Ufer entfernt und damit vom Ufer nicht sichtbar) lassen sich die Vorteile einer umweltfreundlichen Energieversorgung, einer erhöhten Akzeptanz durch die Bevölkerung sowie eines besonders hohen Ertrages aufgrund der guten Windverhältnisse offshore miteinander kombinieren.

Zur Konkretisierung eines Windparks auf der Amrumbank, eines etwa 36 km südwestlich der Nordfriesischen Insel Amrum gelegenen Bereiches der Nordsee mit 23 m Wassertiefe, hat das Westfälische Umwelt Zentrum in Kooperation mit dem Fachgebiet „Nachhaltige Energiekonzepte“ der Universität Paderborn die Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung übernommen. Der Startschuss des ehrgeizigen, auf die Dauer von fünf Jahren angelegten Projektes wurde im April 2005 mit der Errichtung einer rund 130 m hohen und 380 t schweren Messplattform gegeben. Ziel der in umfangreichem Maße dort installierten Messeinrichtungen ist schwerpunktmäßig die Standortbegutachtung, eine belastbare Ertragsprognose sowie die Windkraftanlagenauswahl vor dem Hintergrund des Verhaltens unter extremen Seewetterbedingungen.

Im November 2006 ist eine weitere Messplattform in der deutschen Ostsee ca. 40 km nördlich von Rügen errichtet worden. Auch diese Plattform Arkona Becken Südost wird durch die Forschergruppe um Prof. Dr.-Ing. Jürgen Voss betreut.

Klimaschutz und Atomausstieg erfordern eine umfassende Energiewende. Das bedeutet:

Die Energieeffizienz muss verbessert sowie der Anteil erneuerbarer Ressourcen an der Energieproduktion erhöht werden. Die Windenergie wies im letzten Jahrzehnt von allen erneuerbaren Energien das höchste Wachstum auf. Die installierte Windleistung ist in diesem Zeitraum in der Bundesrepublik auf etwa 20.000 MW im Jahr 2007 hochgeschnellt. Auch für das kommende Jahrzehnt sind die Wachstumspotenziale für Windenergie vielversprechend. Die Windenergie, ob an Land oder auf dem Meer, wird bei der Energiewende eine gewichtige Rolle spielen.

Die Nutzung der Windenergie im Meer wird als Offshore-Windenergie bezeichnet. Die Entwicklung auf dem Gebiet der Windenergie-Technologie erfordert den Einsatz großer Windkraftanlagen mit einer Leistung von bis zu 6 MW. Der Strom aus Offshore-Windanlagen kann und soll daher einen erheblichen Beitrag zur elektrischen Energieerzeugung leisten. Hohe mittlere Windgeschwindigkeiten, günstige Windgeschwindigkeitsverteilungen und die mögliche Errichtung sehr leistungsstarker Windparks begünstigen die Perspektive.

Im Offshore-Bereich stehen große Flächen mit einem hohen und gleichmäßigen Windangebot zur Verfügung. Für Deutschland beziffert eine Studie des Bundesumweltministeriums (BMU) das Potenzial der Windkraft auf See mit ca. 15 % des Stromverbrauchs (Basisjahr 1998) bis zum Jahr 2030, was einer installierten Leistung von 20000 - 25000 MW entspräche.

Die Finanzierung von Offshore Windenergieprojekten ist komplex und bedarf einen erheblichen zeitlichen Vorlauf. Das Finanzierungsvolumen von bis zu über 1 Mrd. Euro ist für einen einzelnen Geldgeber in der Regel zu hoch. Fragen zum Netzanschluss und zur Infrastruktur, zur Windkraftanlagentechnologie, zur Gründung und Montage stehen dort neben den wichtigen Themen der Windpotenzial-Ermittlung, der Wartung und der Versicherung in Zentrum des Interesses.

Unsere Mitarbeiter verfügen über viele Qualifikationen um Lösungen zu den wichtigen Themen der Windpotenzialermittlung, der Offshore – Windmessung und der Wartungsplanung erarbeiten zu können.

Durch die Betreuung von zwei Offshore Messplattformen konnten viele relevante Fragestellungen bereits erörtert werden.

Schulungen

  • 2004 Wasp Offshore Course, Kopenhagen
  • 2004 Offshore-Sicherheitstraining
  • 2006 Höhenrettungstraining
  • 2006 EMD Offshore Course, Kopenhagen
  • 2006 Wasp Offshore Course, Kopenhagen
  • 2007 Höhenrettungstraining
  • 2008 Offshore-Sicherheitstraining
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